PM Sammelunterkünfte im Landkreis erfüllen nicht Mindestanforderungen

Die vier Sammelunterkünfte aus dem Landkreis Leipzig erhalten beim Heim-TÜV äußerst schlechte Bewertungen. Die neu gegründete „Initiative gegen Isolation“ äußert sich zu den Ergebnissen.

Am 9. Dezember wurde der so genannte Heim-TÜV vom Sächsischen Ausländerbeauftragten Prof. Dr. Martin Gillo veröffentlicht, welcher die Unterbringungsbedingungen von asylsuchenden Menschen in Sachsen darstellt. In einer eigenen Pressemitteilung behauptet Gillo hierzu: „Asylsuchende sind unsere Mitmenschen. Sie haben ein Recht auf soziale Inklusion in unserer Gesellschaft, so lange sie bei uns leben. Sie sollten die Gelegenheit bekommen, sich als Menschen in unsere Gesellschaft einzubringen, ob als Eltern in der Schule, als Mitglieder in Migrantenbeiräten, gemeinnützigen Vereinen oder anderen Aktivitäten. Das ist nichts Neues – das ist zum großen Teil schon gelebte Praxis.“ Diesbezüglich äußert sich die neu gegründete „Initiative gegen Isolation“ jedoch kritisch.
Denn von gelebter Praxis kann in den Gemeinschaftsunterkünften leider viel zu oft gar nicht die Rede sein. So schneiden zum Beispiel alle vier Heime aus dem Landkreis Leipzig – Bahren, Hopfgarten, Thräna und Elbisbach – mit äußerst negativen Bewertungen ab und befinden sich von allen dreißig getesteten Sammelunterkünften unter den zehn Schlechtesten. Zu Recht, wenn man bedenkt, unter welch unzumutbaren Bedingungen Menschen hier untergebracht sind. Das Heim in Hopfgarten beispielsweise ist ein alter umgebauter Pferdestall, in de m nun Asylsuchende leben müssen. Außerdem befinden sich alle vier Unterkünfte vollkommen isoliert von größeren Städten, was eine gesellschaftliche Einbindung und Mitwirkung, wie es Herr Gillo fordert, fast unmöglich macht. Auch eine erforderliche Betreuung in Form von qualifizierter Sozialarbeit, die in dem Heim-TÜV mehrmals angesprochen wird, sucht man im Landkreis vergeblich. Diese wäre allerdings überaus wichtig, allein um die Asylsuchenden während ihres Asylverfahrens zu unterstützen und ihnen zur Seite zu stehen. Der Heim-TÜV gibt des Weiteren Anregungen für konkrete Verbesserungen in den Sammelunterkünften. „Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Heimleiter diese Vorschläge auch annehmen.“, äußert sich die „Initiative gegen Isolation“ hierzu. „Das ist das Mindeste, was zur Verbesserung der Lebenssituation der Asylsuchenden getan werden muss. Ganz zu schweigen von dem deutschen Asylsystem generell, welches sich anmaßt darüber zu urteilen, ob die Gründe, warum ein Mensch aus seinem Heimatland flieht, legitim sind oder nicht, um diese danach mit ruhigem Gewissen wieder dahin abzuschieben, wo ihnen Verfolgung oder sogar Mord droht.“ Die „Initiative gegen Isolation“ befindet sich derzeit noch in ihrer Gründungsphase und versteht sich als offener Zusammenschluss von Menschen, die die Lage der Asylsuchenden im Landkreis Leipzig verbessern wollen. Unter igi.blogsport.de erhält man weitere Informationen zur Arbeit der Initiative.